Eisenbahnausstellung

RP 11.12.2025 Von Rudolf Barnholt

MiniWelt auf Schienen im Maßstab 1:87

Im Korschenbroicher Kulturbahnhof zeigt die Interessengemeinschaft Modellbahn Kaarst eine Eisenbahnmodell-Anlage. Mit viel Liebe zum Detail haben die Vereinsmitglieder Waggons, Schienen und Häuser gebaut. Warum es nützlich ist, ein Tüftler zu sein.

Walter Harmann, Jürgen Schröder, Horst Bischoff, Jürgen Mutscher, Heinrich Hürtz und Christofer Bergstein (v.l.) präsentieren im Kulturbahnhof Korschenbroich eine Welt im Miniaturformat. Foto: Markus Rick

Für alle Männer, die Lust haben, sich mal wieder wie ein Kind freuen zu können, empfiehlt sich der Besuch der aktuellen Ausstellung im Korschenbroicher Kulturbahnhof . Dort ist noch bis zum 25. Januar eine imposante Modelleisenbahn-Ausstellung zu sehen. Diese Anlage gehört der Interessengemeinschaft Modellbahn Kaarst. Zu sehen sind verschiedene Module, die zusammengefügt eine große Einheit bilden.

Eröffnet wurde die Ausstellung von der Museumsleiterin Hilla Baecker . Bürgermeister Marc Venten, Schirmherr der Ausstellung, erinnerte in seiner Ansprache an den großen Erfolg des Miniaturwunderlands in Hamburg, das 1,7 Millionen Besucher im Jahr anzieht. Die Faszination Modellbau ist jetzt auch im Kulturbahnhof erlebbar, wenn auch beschränkt auf eine rund elf Meter lange Modellbahnanlage.

Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft, Heinrich Hütz, warb für sein Hobby: „Das ist eine schöne kreative Beschäftigung.“ Sein Credo: „Träume sind immer größer als die zur Verfügung stehenden Räume.“ Sein Verein hat eine Büroetage im Neusser Hafen gemietet, die für die Anlagen ausreichend Platz bietet. Die im Kulturbahnhof präsentierte Anlage ist nur ein Bruchteil dessen, was die 17 ausschließlich männlichen Mitglieder da geschaffen haben.

Sie müssen sich nicht in einen Hobbyraum oder auf einem Dachboden verkriechen, um ihrer Leidenschaft zu frönen. Die IGM Kaarst zeigt eine Bahnanlage der Spur HO im Maßstab 1:87. „Das ist die häufigste Spur“, sagt Heinrich Hütz. Der 68-Jährige war früher Maschinenbauer.

Obwohl die Vereinsmitglieder „keine homogene Gruppe“ sind, weil jeder bei seinem Hobby eigene Vorlieben hat, wirken die Übergänge von einem Modul zum anderen stimmig, fast wie aus einem Guss.

Abgebildet wird die Zeit der 1950er und 1960er Jahre. Dass die Anlage vor kurzem im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt zu sehen war, hat mit einer besonderen Leidenschaft des Vorsitzenden zu tun: Er ist für die Wasserfläche zuständig, auf der sich Schiffe naturgetreu fortbewegen. Dahinter steckt eine komplexe Technik.

Die „Wasserfläche“ wurde aus einer Zimmertür mit einer Raufasertapete gebaut. „Darauf wurde Abtönfarbe aufgetragen und für den Glanz wurde die Fläche mit Bootslack gestrichen“, sagt Hütz. Der 68-Jährige ist auch für die Sternwarte verantwortlich, die er komplett selbst gebaut hat.

Während zum Beispiel in den Niederlanden der Kauf von fertigen Häusern verpönt ist, sieht man das im Kaarster Verein nicht so eng. Im Eingangsbereich in der Vitrine stehen auch Gebäude und Züge im größeren Maßstab. Mit Lokalbezug ist eine Scheune aus Raderbroich mit einem alten Traktor und einem Unimog.

Horst Bischoff gehört zu den Vereinsmitgliedern, die sich für die alten Züge in den USA interessieren. Er zeigt den Besuchern, dass es nicht immer Bausätze sein müssen: Die Grundlage eines Tanklagers in Dunkelgrün ist ein Überraschungsei. „Wir sind keine Schienenküsser, Nietenzähler oder Dampfschnüffler“, sagt Bischoff. Ausgesprochene Tüftler sind sie allerdings schon, wie ihre Anlage zeigt.

Obwohl selbst im Rentenalter, ist für Bischoff das Hobby Modelleisenbahn längst nicht nur etwas für Ruheständler ist. Es mache mehr Spaß, mit Gleichgesinnten zusammenzuarbeiten, statt zu Hause im stickigen Hobbykeller oder auf dem Dachboden vor sich hin zu werkeln, sagt er. Die IGM Kaarst feiert im kommenden Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum.

Wer die Ausstellung in Korschenbroich verpasst, kann den Verein auch in seinen Vereinsräumen besuchen. Jeden ersten Freitag im Monat steht der Raum im Neusser Hafen ab 18 Uhr für Menschen mit Modellbau-Genen zur Besichtigung offen. Es empfiehlt sich, seinen Besuch vorab unter den Rufnummern 0157 39304396 oder 0171 5058245 anzumelden. Es können auch eigene Lokomotiven mitgebracht werden, um diese auf der großen Anlage fahren zu lassen.

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