09.05.2022 NGZ/RP online

Sechs Fotografen, sechs verschiedene Blickwinkel

Sie gehörten zu den ausstellenden Künstlern im Kulturbahnhof: Susanne Altweger, Susanne Reinert, Hilla Baecker und Amédé Ackermann. Foto: Ilgner,Detlef (ilg)/Ilgner Detlef (ilg)

Häuser, Plakate, Blumen – für die Ausstellung „Nichts Alltägliches“ im Korschenbroicher Kulturbahnhof setzten Künstler alltägliche Motive außergewöhnlich in Szene.

„Nichts Alltägliches“ hieß die Ausstellung im Kulturbahnhof, die am Freitag eröffnet wurde und die am Sonntag auch schon wieder zu Ende war. Nicht alltäglich ist, dass der Verein „Kunst.Neuss“ ausschließlich Fotografien zeigte von sechs verschiedenen Fotokünstlerinnen und -künstlern.
Amédé Ackermanns Bilder sind unverkennbar: Er ist der Edward Hopper unter den Fotografen. Häuser als Solitäre ohne einen einzigen Menschen in der Nähe haben etwas Beängstigendes, Beklemmendes: Sie visualisieren Einsamkeit auf sehr eindrucksvolle Weise. Susanne Altweger wies in ihrer Einführungsrede auf die harten Schlagschatten hin. Sie war auch mit Fotos vertreten. Unter der Überschrift „Sunpainted“ zeigte sie Fotografien Plakate, denen die Sonne die Farbkraft genommen hatte.
Während Altweger wichtig ist, nichts am PC zu verändern, ist für Hilla Baecker die Bildbearbeitung eine Selbstverständlichkeit. So entstehen Kunst-Werke, die den aktuell schweren Zeiten eine entschlossene Leichtigkeit gegenüberstellen. Man könnte auch von Gute-Laune-Bildern sprechen mit Blumen, die fast so groß sind wie der Düsseldorfer Fernsehturm gleich daneben.
Marcus Metzners Exponate erinnern mehr an Malerei als an Fotografie. Die Strenge der Linien und die Abgrenzung der Farbfelder voneinander erinnern an Bauhaus-Zeiten. Susanne Reinert gibt dem Betrachter mit ihren Fotografien Rätsel auf. Sie räumt Details einen hohen Stellenwert ein, spürt der Natur nach ohne sie einfach wiedergeben zu wollen.
Thomas Selzer zeigte zwei Fotografien von Häusern. Er war auf Kuba fündig geworden. Prachtvolle alte Villen taucht er in ein Licht, von dem man sich fragt, ob es so etwas in Wirklichkeit überhaupt gibt.
NGZ/RP-online/Rudolf Barnholt