Zwei Generationen Mal-Leidenschaft im Kulturbahnhof

Ulrike Müller-Ruchholtz (l.) und Claudia Budana stellen aus. 
Foto: Rick, Markus (rick)/Markus Rick (rick)

Ulrike Müller-Ruchholtz und ihre Tochter Claudia Budana präsentieren einige ihrer Gemälde im Kulturbahnhof. Eine von beiden entdeckte ihr Talent erst vor wenigen Monaten.

„Die bunte Vielfalt von Pastellen“, heißt die aktuelle Ausstellung im Kulturbahnhof. Und sie trägt den Untertitel „Leidenschaft aus zwei Generationen“, weil die beiden Künstlerinnen Ulrike Müller-Ruchholtz und Claudia Budana Mutter und Tochter sind.

Der Apfel fällt bekanntlich ja nicht weit vom Zaun. Umso erstaunlicher, dass die Tochter erst vor wenigen Monaten das von ihrer Mutter vererbte Talent bei sich entdeckte. Und dies geschah per Zufall, als sie die Pastellkreiden bei einer Freundin entdeckte. Die 74-Jährige und die 50-Jährige zeigen vor allem Landschaften. Die Mutter aus Liebe zum Niederrhein, die Tochter, um sich mit Farben austoben zu können. „Ich gehe mit meiner Farbigkeit bis an die Grenzen, versuche während des Malprozesses den Kopf auszuschalten“, sagt Claudia Budana, die in Köln lebt, aber in Korschenbroich aufgewachsen und zur Schule gegangen ist. Manche ihrer Landschaftsbilder haben die maximale Farbigkeit. „Es geht mir darum, die Dinge zum Leuchten zu bringen“, erklärt die 50-Jährige. Sie bringt sich beim Malen voll ein, bis es im Körper zu vibrieren beginnt. „Das macht sehr viel mit einem“, sagt die Tochter. Auf die Leinwand diese vor Kraft strotzenden Farben aufzubringen, verbrauche viel Energie. Und weil das so ist, malt Claudia Budana zwischendurch immer mit reduzierter Farbigkeit. Sie hat jetzt als Malerin Blut geleckt, innerhalb der nächsten Wochen sind zwei Ausstellungen in Köln geplant.

Ulrike Müller-Ruchholtz wohnt in Korschenbroich. Intensiv an die Kunst herangeführt worden wurde sie vor gut 40 Jahren während ihres Studiums. Die Aquarellmalerei reizte sie, ohne in dieser Disziplin jedoch zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen. Mit der Pastellmalerei hat sie ihre Bestimmung als Künstlerin offenbar gefunden. Das Schloss Wickrath wirkt von weitem wie eine Fotografie. Bei anderen Bildern hat sie sich mehr künstlerische Freiheiten erlaubt. Blumen stehen auf der Beliebtheitsskala der Motive ganz weit oben, mal als Solisten, dann wieder als optischer Einstieg in eine Landschaftsdarstellung. Der Bildgrund ist mitunter dunkelgrau, und es fällt gar nicht auf, dass Teilflächen gar nicht bemalt sind.

NGZ/RPonline 03.09.2021/Rudolf Barnholt