Heimatverein Korschenbroich e.V.
 
gemeinnütziger Verein gegründet 1983
 
Jahresrückblick 2010
 
 
 
Freitag, 5. Februar
Jahresmitgliederversammlung

des Heimatverein Korschenbroich e.V.
Nun ist der Vorstand des Heimatvereins Korschenbroich e.V. wieder komplett. Am 5. Februar 2010 wurde Johannes Kronen von den Mitgliedern als 1. Vorsitzender des Heimatvereins Korschenbroich gewählt. Er tritt die Nachfolge von Karl-Heinz Bednarzyk an. Mit dem 49-jährigen Versicherungsmakler Johannes Kronen und dem drei Tage zuvor gewählten Fördervereinsvorsitzenden Ansgar Heveling stehen an der Spitze beider Träger des Kulturbahnhofs Korschenbroich zwei Männer, die auf neue Strukturen des Miteinanders setzen. Auf der Jahresversammlung des Heimatvereins in der Gaststätte Oedinger betonte Bundestagsabgeordneter Ansgar Heveling: „Förderverein, Kulturbahnhof und Heimatverein gehören zusammen.“ Die Neuwahlen sind der Auftakt eines Prozesses, der Zuständigkeiten und eine einheitliche Führung der Institution Kulturbahnhof klärt. Diese muss so gestaltet werden, dass es bei überschneidenden Bereichen klare Zuteilung gibt. Die Ausgestaltung übernehmen ein gemeinsamer Arbeitskreis von Förderverein und Heimatverein. Johannes Kronen dokumentierte die Neuwahl auch als einen Generationswechsel in der Führung. Zu seinen Zielen gehört die stärkere Einbindung von jüngeren Leuten. Jugendliche sollen verstärkt über Projekte und Schülerarbeiten an den Heimatverein herangeführt werden. Er strebt eine intensivere Zusammenarbeit mit ortsansässigen Vereinen an. Bei der Wiederwahl für die Öffentlichkeitsarbeit wurde Roswitha Hermanns in ihrem Amt bestätigt. Christine Lippert und Resi Weuthen übernahmen das Amt der Kassenprüfung. Stellvertreter Erwin Fischermann dankte dem scheidenden Vorsitzenden Karl Heinz Bednarzyk für sein Engagement. Der 70-jährige wird sich auch weiterhin für den Heimatverein einsetzen. Der neue Vorsitzende bedankte sich bei Erwin Fischermann, der vier Monate das ruhende Amt des 1. Vorsitzenden stellvertretend übernommen hatte und hervorragende Arbeit leistete. Beim Rückblick konnten alle Anwesenden mit sehr gut angenommenen Veranstaltungen ein erfolgreiches Jahr bilanzieren. Seit der Neueröffnung des Kulturbahnhofs wurden dort 16.000 Besucher gezählt.
Angela Wilms-Adrians / RH

Sonntag, 7. März
Eisenbahnausstellung in Kaarst

Für einen gemeinsamen Besuch der Eisenbahnausstellung 2010 der „MODELLBAHN-ARBEITSGEMEINSCHAFT KAARST“ (MAK) meldeten sich leider zu wenige Interessenten an. Dennoch haben einige Mitglieder des Heimatvereins diese Veranstaltung besucht. Modelleisenbahn-Vereine aus Deutschland und auch aus den Niederlanden, Großbritannien, Österreich und der Schweiz zeigten die große Vielfalt der verschiedensten Normen und Techniken im Modellbau. Dabei stand bei den zur Schau gestellten Anlagen die möglichst naturgetreue Nachbildung der Züge und der Landschaften im Fokus der Bastler. Ein Bastler zeigte seine nach Modellplänen selbstgebauten Exponate im Mikroformat, die auf einer 10 mm Spur ihre Verwendung finden. Dafür benötigt man wirklich ruhige Finger, ein gutes Auge und eine gute Lupe. Die Experten konnten sich mit ihren Kollegen fachlich austauschen und eine sehenswerte Ausstellung präsentieren. Die Kinder der Besucher, aber auch die eisenbahnbegeisterten Eltern kamen voll auf ihre Kosten. Man brauchte schon eine geraume Zeit, um alle Stände zu besuchen. Unser Vorstandsmitglied Matthias Oedinger, der auch Mitglied bei der MAK ist, war auch dort in die Organisation der Ausstellung mit eingebunden und stand den Besuchern bei Fragen gerne zur Verfügung. Für Interessierte war der Besuch ein echtes Vergnügen und bleibt auch als schöne Erinnerung im Gedächtnis von Jung und Alt.   
Erwin und Inge Fischermann

Sonntag, 14. März 2010
Busfahrt zum Flachs- und Trachtenmuseum Wegberg-Beeck


•Der Heimatverein organisierte eine Busfahrt zum Besuch des Flachs- und Trachtenmuseums in Wegberg-Beeck. 19 Teilnehmer trafen sich um 14 Uhr am Museum Kulturbahnhof und waren in ca. 3/4 Stunde am Zielort. Das Flachsmuseum ist ein Museum zum Anfassen. Flachs als Ölfrucht, Heilpflanze und Ausgangsmaterial für Leinen war und ist seit über 6000 Jahren von großer Bedeutung. Das in einer restaurierten fränkischen Zehntscheune untergebrachte Flachsmuseum besteht seit 1982 und liegt in Wegberg-Beeck, dem Zentrum eines ehemaligen großen Flachsanbaugebietes. Es enthält eine reichhaltige Sammlung alter bäuerlicher Arbeitsgeräte zur Flachsverarbeitung bis hin zur Vorstufe der Industrialisierung. Hier wird der Weg von der Aussaat bis hin zum Weben des Leinens vorgestellt. Frau Schlömer erläuterte den Besuchern in witziger und lustiger Weise die Gewinnung des Flachs von der Saat bis hin zum Leinen. Die Blüte hat eine wunderschöne blaue leuchtende Farbe
•Das Riffeln: Die Stängel werden durch eiserne Riffel gezogen und Samen fällt in ausgelegte Tücher.
•Das Brechen: Die holzigen Teile der Stängel werden mit einer Flachsbreche gebrochen.
•Das Schwingen: Im Schwingstock werden die holzhaltigen Teile mit dem hölzernen Schwingmesser von der Flachsfaser abgeschlagen.
•Das Hecheln: Die Flachsfasern werden durch Bürsten mit eisernen Zähnen gezogen. Dabei trennen sich die kurzen von den langen Fasern. Nur aus den langen und feinen Fasern kann der Faden für Nähgarn gesponnen werden.
•Das Spinnrad: Am Spinnrad wird aus dem Fasern der Faden hergestellt. - Der Webstuhl: Das Garn wird im Webstuhl zu Leinen verarbeitet. - Die Flachsbleiche: Die naturfarbenen Leinentücher werden in einer Wiese
•aufgespannt und von der Sonne gebleicht. In fast jedem Haus - in den Flachs Hochburgen - wurde gesponnen und gewebt. Bis zur Fertigstellung war es eine aufwendige Arbeit. In den Wintermonaten ruhte die Arbeit, da die Gefahr bestand, dass sich das Material in Verbindung mit Heizen entflammen könnte. Bei der Kommunikation während der gemeinsamen Arbeit ergaben sich mit der Zeit z. B. auch neue sprachliche Formulierungen mit folgenden Bedeutungen:
•Hanf brechen mit der Braake: Braak aufreißen. - Spinnen: das ist ein Spinner (Hirngespinst, Märchenerzähler) oder auch
•es läuft wie am Schnürchen. - Hatte man eine schlechte Stelle im Tuch: einem wurde etwas angedreht.
•Er hatte viel Tuch zur Verfügung: dann war man gut betucht. - Hecheln: alles durchhecheln (durchsprechen). - vom Knacken der Geräte: alter Knacker, - von dem Bewegen des Schiffchen im Webstuhl: gut in Schuss.

Das gemeinsame Spinnen entwickelte sich gelegentlich auch schon mal zum Heiratsmarkt. In den oberen Etagen des Museums sind feinste Leinen ausgestellt: handgearbeitete Tischdecken, Kragen, Servietten, Handtücher. Viele dieser Teile sind mit besonderen Lochstickereien versehen. Diese Ausstellung war für alle Teilnehmer sehr beeindruckend. Nach der Besichtigung durften wir an einer liebevoll gedeckten langen Kaffeetafel Platz nehmen und uns mit sehr leckeren selbst gebackenem Kuchen von den ehrenamtlich tätigen Damen des Museums verwöhnen lassen. Nach der Kaffeepause wurden wir nach einem kurzen Spaziergang im Museum für europäische Volkstrachten vom Museumsleiter empfangen für die nächste Besichtigung. Hier werden europäische Volkstrachten und Accessoires auf lebensgroßen Figuren aus vielen europäischen Ländern vorgestellt. Der Heimatverein Wegberg-Beeck konnte in Zusammenarbeit mit der Stadt Wegberg eine kulturhistorische wertvolle Basis-Sammlung übernehmen, die ständig erweitert wird. Dieses im Jahr 2001 eröffnete Trachtenmuseum gibt einen Einblick in das kulturelle Leben vieler europäischer Völker und Regionen. Hier wird Geschichte lebendig. Vom Leinen zur Volkstracht entstand um Anno 648 die Kleidung als Kontrast zu der Garderobe der Adeligen. Man wollte damit die Gemeinschaft festigen. In den Trachten spiegeln sich Landschaften, Freude, Trauer und Feste sowie Feier- und Trauertage wieder. Über 100 vollständige Trachten inklusive wertvoller Schmuckstücke, Taschen, Schuhe, Kopfbedeckungen und Handschuhen beinhaltet die Ausstellung. Bemerkenswert sind die verschiedenen Kopfbedeckungen. Sehr edel die Passauer Goldhauben, welche einen großen Wert darstellen. Auch Kinder- und Jugendtrachten sind vorhanden. Viele Trachten haben sehr aufwendige Stickereien. Zu sehen sind zum Beispiel Trachten aus Deutschland: Hessen, Bayern, Niedersachsen, der Spreewald auch sowie aus Polen, Ungarn, den Niederlanden, Frankreich (Bretagne), kurz: fast ganz Europa ist vertreten. Im Depot lagern noch viele Schätze verschiedenartiger Volkstrachten, darunter noch 17 wertvolle Hauben. Auch die uns bekannte Kinderlederhose war im Depot sehen. Nach so vielen sehr interessanten Eindrücken fuhren wir mit dem Bus wieder in Richtung Heimat. Gegen 18.30 Uhr endete der Ausflug am Kulturbahnhof. Die einhellige Meinung der Teilnehmer war: Das hat sich gelohnt, es war ein toller Nachmittag.
Roswitha Hermanns

Sonntag, 21. März 2010
Koschebrook fröer onn hüüt - Eine Wanderung durch Korschenbroich

Trotz Nieselregen trafen sich 12 Personen, um unter der Leitung von Karl-Heinz Bednarzyk das frühere „Dorf Korschenbroich“ zu erkunden. Anhand alter Fotos und eigenen Erlebnissen konnte Karl-Heinz Bednarzyk seine Erzählungen untermauern, und man erinnerte sich. Beginn der Exkursion war am „Museum Kulturbahnhof“, der frühere Korschenbroicher Bahnhof mit Fahrkartenschalter, Express- und Frachtgut. Viele Requisiten aus dieser Zeit sind gut erhalten und im dort zu sehen. Auch das Heimatmuseum ist in diesem Gebäude untergebracht. Zum Bahnhof gehörte auch eine Bahnhofsgaststätte, viele Jahre geführt von der Familie Nienhaus. Der heutige Kulturbahnhof - eine Perle Korschenbroichs - wurde in den 80er Jahren von der Stadt Korschenbroich erworben und mit großem Einsatz vom Heimatverein Korschenbroich e.V. zu dem gemacht, was man heute sieht. Gegenüber dem Bahnhof befand sich das „Bali Kino“, früher beliebt bei Jung und Alt. Leider ist das Gebäude zur Zeit kein schöner Anblick - eine ewige Baustelle. Neben dem Kino befand sich ehemals eine Zweigstelle des Wickrather Gestüts. Vor dem Wohnhaus war eine in die Erde eingelassene Waage; hier wurden beladene Anhänger gewogen. Weiter ging es über die Hindenburgstraße vorbei am Eisbären - dem Markenzeichen der damaligen Kleiderfirma Michael Baues. Nächster Halt auf der Hindenburgstraße war der von Nonnen geführte Kindergarten mit einer integrierten Nähschule. Einige der Teilnehmer besuchten in ihrer Kindheit diesen Kindergarten, und sie konnten sich noch gut an diese Zeit erinnern. Hundert Meter weiter befand sich die Korschenbroicher Post seit 1905. Heute befindet sich dort ein Restaurant. Auf der gegenüberliegenden Seite ist ein Haus zu sehen mit einem bunten Storch. Dieser galt als Symbol für den Wohnsitz einer Hebamme. Dort war aber nicht die vielen bekannte Hebamme von Korschenbroich Frau Overzier zu Hause. Sie wohnte gegenüber, und man sah sie oft auf dem Fahrrad im weißem Kittel auf dem Weg zu einer Geburtshilfe. Nahezu jedes Korschenbroicher Kind wurde in den 40 und 50er Jahren mit Hilfe von Frau Overzier zur Welt gebracht. In der Hannengasse befand sich ein Korschenbroicher Wahrzeichen, die „Hannen Brauerei“. Hier erinnert nichts mehr an die großen grünen Eingangstore und den Geruch von Treber. Legendär sind auch die Bierkutscher mit ihren Brauereipferden für die Bierlieferung. Heute befinden sich im Hannencenter viele Wohnungen, Geschäfte und kleine Plätze. Vorbei geht es an der St. Andreas Kirche, welche im Krieg stark zerstört wurde. Danach gab es einen kurzen Halt an der früheren Gaststätte Steigels. Hier im „Steigels Saal“ war bis 1950 die Notkirche untergebracht. Im Saal, man erinnerte sich, fanden Tanz- und Turnveranstaltungen, sowie Konzerte Theateraufführungen statt. Zum Beispiel, die Tanzveranstaltungen der katholischen Jugend, mit der Band „Marcella Combo“ und Sängerin Jutta Wittkopp, heute bekannt als Sängerin Jutta Koch. Leider ist nicht mehr vorhanden, der sehr gut erhaltene Bauernhof Drathen mit dem schönen Fachwerkhaus. Vielen ist sicherlich nicht mehr geläufig, dass sich mitten im Dorf der Bauernhof der Familie Hellenbroichs befand. Karl-Heinz Bednarzyk hatte einige alte Fotos dabei, und man erinnerte sich. Der heutige Gasthof „Zum Anker“ (auch frühere Gerichtsstätte) ist eines des wenigen Häuser, die bei der Feuersbrunst von 1716 sowie das nahe gelegene Lönnendonker Haus von 1706 erhalten blieben. Zum Anker, ehemaliger Inhaber Familie Kronen, gehörte ein Biergarten, wo im Sommer auch getanzt wurde. Später war es der Gasthof von „Hoff Marie“, bekannt in ganz Korschenbroich. Gegenüber war das kleine Gemüsegeschäft von „Hanne Hannes“, einem Korschenbroicher Original. An der Rheydter Str. befindet sich der heutige „Matthias Hoeren Platz“ mit der Statue des früheren Landrates Matthias Hoeren. Dieser Platz dient zu „Unges Pengste“ dem Schützen- und Heimatfest, welches weit über die Grenzen Korschenbroichs hinaus bekannt ist. Zum Höhepunkt des Jahres dient er als Kirmesplatz und bietet auch Platz für das große Schützenzelt. Weiter führt uns der Weg an der ehemaligen Konservenfabrik Böttges vorbei. Zur gegenüberliegenden Straßenseite, einem Haus, welches zu Myllendonk gehörte und in der damaligen Zeit eine Bleibe für alleinstehende Frauen der „Myllendonker“ war. Der jetzige Besitzer hat das Haus sehr schön restauriert. Besonders interessant ist der Holzanbau in Richtung Garten mit dem Wappen von Myllendonk. Hier endete der Rundgang. Karl-Heinz Bednarzyk lud die Teilnehmer zu einem kleinen Umtrunk in sein Haus ein. Dieses Haus, auch ein Schmuckstück, wurde vor 2 Jahren restauriert. Fachwerk, kleine Erker und Bleiverglasung prägen das Haus. Da die Teilnehmer überwiegend Korschenbroicher waren, schwelgte man bei einem Glas Wein natürlich in Erinnerungen. Herzlichen Dank Karl-Heinz Bednarzyk für diesen sehr schönen Sonntagnachmittag.
Roswitha Hermanns

Dienstag, 23. März
Liederabend für jedermann
Volksliedersingen mit Inge und Erwin Fischermann

Der Kulturbahnhof war gut besucht mit 24 sangesfreudigen Teilnehmern, die sich mit musikalischer Akkordeonbegleitung und fröhlichen Liedern auf den Frühling einstimmten. Auf 13 Seiten waren die Texte für jeden vorbereitet, so dass man alle Strophen problemlos mitsingen konnte. 27 bekannte Volkslieder standen auf dem Programm. Mit dem vertonten Frühlingsgedicht von Hoffmann von Fallersleben aus dem Jahr 1835 „Alle Vögel sind schon da“ begann der Abend. Mit vollen Stimmen wurde gesungen „Wem Gott will rechte Gunst erweisen“ aus der Novelle von 1822 „Aus dem leben eines Taugenichts.“ Es folgte „Wenn ich ein Vöglein wär“ von Johann Gottfried Herder. „Komm lieber Mai und mache“ passte natürlich wunderbar in die zu erwartende schöne Maienzeit. Das Lied schrieb der Lübecker Dichter Adolf Overbeck und W.A. Mozart vertonte es in seinem Todesjahr 1791. „Wohlauf in Gottes schöne Welt“, „Wer recht in Freuden wandern will“, „ Das Wandern ist des Müllers Lust“ sowie „Auf du junger Wandersmann“ sind wunderbare Wanderlieder. Es folgte „Aus grauer Städte Mauern“, ein Klassiker bei Jugend- und Wandergruppen. Eine kleine Einlage von Inge und Erwin in Abwechslung zu den Volks- und Wanderliedern war „Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt“. Begeistert schmetterten alle Sänger mit. Interessant war auch die Geschichte des Liedes „ Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“. 1774 wurde es in einem kleinen römischen Druckwerk entdeckt und eine Anmerkung sagt, ein deutscher Bettler soll es auf den Straßen Roms gesungen haben. Ein Vortrag von Erwin Fischermann, wie verschieden Gedankengänge von Männern und Frauen sind, erheiterte die Zuhörer. Der grüne Wald , die Lüneburger Heide und auch das Ruhrgebiet mit seinen Steigern und den Bergwerken wurden besungen. Zum Abschluss stimmten alle nochmals ein in die Lieder „Schön ist die Jugend“ und „Sah ein Knab ein Röslein stehn“. Mit so einem wunderschönen Liederabend wird sicherlich dazu beigetragen, dass das alte Volksliedergut nicht in Vergessenheit gerät. Zu fast jedem Lied gab es Anmerkungen von wem und wann diese Lieder stammten. Das Programm wurde von beiden Akteuren wunderbar gestaltet. Mit viel Applaus, einem„Danke schön“ und Präsenten wurden Inge und Erwin Fischermann verabschiedet. Auf eine Wiederholung im nächsten Jahr freuen sich schon alle Teilnehmer.
Roswitha Hermanns

Freitag, 16. April
Vogelstimmenwanderung als Abendveranstaltung

Zum zweiten Mal fand eine Vogelstimmenwanderung am frühen Abend statt. Ort, Zeit und Treffpunkt war am 16. April 2010, um 19.00 Uhr in Raderbroich am Hoerenhof. Da sich ca. 36 Personen am Treffpunkt einfanden, wurden zwei Gruppen zu je 18 Personen gebildet, die dann auf verschiedenen Wegen, geführt von Claus von Kannen und Gerd Helten, sich in den Raderbroicher Wald begaben.
Nicht nur den Vogelstimmen galt die Aufmerksamkeit der Teilnehmer, sondern auch der schon vorhandenen und teilweise blühenden Vegetation. Bei all den fachlichen Erklärungen, zu den zur Zeit schon vorhandenen und teilweise schon bei der Brut befindlichen Vogelarten, verharrten und lauschten die interessierten Vogelfreunde den am Abend, anfangs nur zögerlichen und zaghaften Vogelstimmen, die aus dem Wald drangen. Fragen zu den zu vernehmenden Vogel- stimmen wurden kompetent und fachlich von Claus von Kannen und Gerd Helten den Teilnehmern erläutert und den entsprechenden Vogelarten zugeordnet. Ob Meise, Buchfink, Grünspecht (Lachender Hans), Mönchsgrasmücke, Zaunkönig, Kuckuck oder Mäusebussard, alle machten im Verlauf der Wanderung auf sich aufmerksam. Mit zunehmender und einfallender Dunkelheit wurden einige Vogelstimmen aktiver und kräftiger. Ein Resümee zum Abschluss der Wanderung: Vogelstimmen bei einer Wanderung am frühen Morgen (ab 6.00 Uhr) sind vielfältiger und kräftiger zu erkennen und zu hören. Trotzdem war es schön und interessant, diesen Unterschied einmal erfahren zu können. Nach ca. 2 1/2 Stunden ging die Wanderung dem Ende entgegen. Man traf sich im Hoerenhof, wo für jeden Teilnehmer noch ein kleiner Imbiss und ein schmackhaft mundender Wein vorbereitet war. Fazit: Wieder eine gelungene Veranstaltung, dank der guten Führung durch die Herren Claus von Kannen und Gerd Helten und den sich aufmerksam und diszipliniert verhaltenden Teilnehmern dieser Veranstaltung.
Hans Großmann

Sonntag, 25. April 2010
Besichtigung von Schloss Liedberg und Liedberg

Die Frühjahrsbesichtigung von Schloss Liedberg und Liedberg war wieder ein Zeichen der gelungen Zusammenarbeit zwischen den beiden Heimatvereinen Liedberg und Korschenbroich. Bei herrlichstem Wetter bot Lorenz Meier, Heimatverein Liedberg, wieder eine gute fachlich untermauerte Führung durch die Zeitgeschichte Liedbergs. Über 30 heimatinteressierte Zuhörer, nicht nur aus Korschenbroich sondern auch aus Neuss, Mönchengladbach, Kaarst und Grevenbroich, wusste er zu begeistern. Zwei Schülerinnen der Liedberger Schule waren mit Schreibutensilien und Kamera ausgestattet, um geschichtliches Material für den heimatkundlichen Unterricht festzuhalten. Ihnen bot Lorenz Meier besonders anschauliche Beispiele. Sie durften auch mit dem großen Schlüssel die Tore zum Schloss Liedberg für die Gruppe öffnen.
Der Fortschritt bei der Restauration des alten Schlosses ist unverkennbar. Alle Hochachtung für Herrn Overlack, der sich dieser Aufgabe gestellt hat. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, bis in die Spitze des Schlossturm zu steigen und die tolle Aussicht zu genießen. Der Blick auf den Kölner Dom war leider nicht möglich. Dafür ergab der Rundblick ein buntes blühendes, frühlingshaftes Bild auf die heimatliche Landschaft und auf Korschenbroich. Wenn man so etwas sieht, erfühlt man das Motto: „Korschenbroich, hier lässt’s sich leben“. Den Ausklang des heimatkundlichen Ausflugs fand in gemütlicher Runde im Gasthof Vennen statt ... mit einer Frühlingssuppe. Als Dank für die gelungene Führung überreichte Karl-Heinz Bednarzyk im Namen des Heimatvereins Korschenbroich Herrn Lorenz ein älteres Bild von „Liedberger Häusern“. Gleichzeitig lud er die Besucher ein zu einer Besichtigung des „Kuhlenhofes“ in Korschenbroich am 20. Juni. Herr Leusch, der Restaurator und jetziger Besitzer des Kuhlenhofes, der die Führung in Liedberg mit Begeisterung verfolgte, durfte direkt sechs Anmeldungen vermerken.
Karl-Heinz Bednarzyk

Mittwoch, 12. Mai
Ohrwürmchen-Abend mit Jutta Koch Evergreen-Zeitreise

Am 12.05.2010 hatte der Heimatverein Korschenbroich die große Ehre, mit Jutta Koch eine wirkliche Größe im deutschen Musikgeschäft begrüßen zu dürfen. Musikalisch begleitet wurde sie von ihrem Ehemann Uwe Koch am Keyboard. Bereits am 29. Oktober 2008 gab es einen Liederabend im Kultur- Bahnhof Korschenbroich. Dieser war bereits so erfolgreich, dass sofort der Wunsch nach einem weiteren Konzert aufkam.
Die gebürtige Rheydterin Jutta Koch wohnt schon lange in Korschenbroich. Mit 16 Jahren stand sie mit dem unvergessenen Peter Frankenfeld auf der Bühne. Viele bekannte Namen wie Udo Jürgens, Paul Kuhn, Bill Ramsey, Costa Cordalis, de Höhner, Jennifer Rush u.v.a. traten gemeinsam mit ihr auf. Im Fernsehen war sie von der Unterhaltungssendung bis hin zum Krimi präsent.
Mit ihrer Jazzband, dem HPT-Jazzverein, hat sie viele Coverversionen gespielt, neu vertextet und komponierte später ab 1993 immer häufiger eigene Stücke. Als Liedermacherin greift sie ihre Texte aus dem alltäglichen Leben, beleuchtet mit Witz und Gefühl die vielfältigen menschlichen Beziehungen - zum Partner, zum Geld, zum Nachbar oder zum eigenen Körper und schreibt und singt nun auch Lieder über ihr Hobby. Nach eigenen Angaben ist sie deutschlandweit die einzige Künstlerin, die sich dem Thema Golf musikalisch widmet.
Am 12.05.2010 hat Frau Jutta Koch eine Zeitreise durch ihr Schaffen mit Hits, Oldies aber auch Highlights und Erlebnissen aus ihrer Musikkarriere präsentiert. Die Begeisterung, mit der sie Ihre Lieder vortrug, ging sofort auf die zahlreichen Besucher im voll besetzten Kulturbahnhof über. Da gab es keinen Zuhörer, auf den sich nicht der Rhythmus übertrug und der nicht auch eigene Erinnerungen und Empfindungen mit den Musikstücken verband, die Jutta Koch so zielsicher für ihre Fans ausgewählt hatte.
Alle Besucher und Beteiligte waren begeistert, einen solchen gleichermaßen unterhaltsamen wie anregenden Abend erleben zu dürfen. Und wer weiß, vielleicht dürfen wir uns in Korschenbroich ja auch noch einmal wieder auf die Musik von Jutta Koch freuen!          Ulrike Strijbos

Mittwoch, 2. Juni 2010
Mundartabend auf dem Hoeren-Hof lockte gut 150 Gäste

Die Mundart ist noch längst nicht tot. Jedenfalls hatten sich an einem lauen Frühlingsabend mehr als 150 Mundartfreunde auf den Weg nach Raderbroich zum Hoerenhof gemacht.
Dicht gedrängt saßen die Zuhörer bereits eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung im wunderschönen Innenhof der alten Hofanlage und erwarteten einen abwechslungsreichen Mundartabend.
Jedenfalls hatten Heimatverein und der Mitveranstaltende Verein zur Pflege und Förderung der Mundart im Rhein-Kreis-Neuss dies versprochen.
Der Hausherr, Peter Hoeren, hatte sich mit leckerer Brühwurst und kühlen Getränken gut eingedeckt; so dass einer guten Stimmung nichts mehr im Wege stand.
Frau Magda Korres von der RP kommentierte diesen Abend so:
„Eine Premiere gab es bei dem Mundartabend auf dem Hoerenhof in Raderbroich. Elf Kinder aus der Klasse  P3 der Pescher Zweigstelle der St.Andreas-Schule hatten selbst viel Spaß an dem Text vom Ääpelskönning, den sie abwechselnd vortrugen. In der Geschichte war die dickste Kartoffel der König. Schließlich landete er in einer leckeren Kartoffelsuppe. Starker Ablaus war den Kleinen sicher, und sie versprachen: „ Dat woor et vörr dis Johr, on nächstes Johr komme wirr wier.“
Dazu meinte Pejo Stefes, der die Leitung des Abends hatte: „Brängt öer Kenger on Enkel dat Platt bee, denn osser Mottersprook dorf net sterve.“
Unter den gut 150 Gästen konnte Stefes auch Achim Thyssen, Leietr des internationalen Mundartarchivs „ Ludwig Soumagne „in Zons begrüßen. „ In Zons hatten wirr nit halv so völl Lüüt wie he“, staunte dieser und lobte „ das tolle Ambiente“.
Es gab viel zu Schmunzeln und zu Lachen bei den meist aus dem Leben gegriffenen Stöckskes. Wie das von der antiautoritären Erziehung. Da nervt ein Knirps in der Schlange vor der Kasse im Supermarkt, und die Mutter sagt nichts. Bis es einem Mann zuviel wird, und dem Kleinen Tomatensaft aufs Haupt schüttet, mit der Entschuldigung: „ Ich bin auch antiautoritär erzogen.“
Ein Liedchen zur Unterstützung der Nationalmannschaft schlug Stefes vor und stimmte, unterstützt von zwei Mitstreitern, das Lied von „ Dä Siegesmanes vom Verein“ an. Beim Refrain der sechs Strophen mit dem Text:“ Hipp Hipp Hurra, dä Radebergerbuerebürgerspielverein es da „ sangen alle kräftig mit.
Die wohl älteste der Vortragenden war Cilli Fieten aus Kaarst. Und hier die weiteren Mitwirkenden: Heinz Gigels, Neuss; Katharina Hall und Christa Stumps, Zons; Engelwert Wallrath, Korschenbroich; Maria Meuter, Neuss; Hans-Peter Menzen, Glehn; Johannes Kronen, Inge und Erwin Fischermann, Uschi Knoche, Andrea Otten; alle aus Korschenbroich
Magda Korres /Peter Josef Stefes

Sonntag, 20. Juni 2010
Besuch der ehemaligen Vogtei Kuhlenhof in Korschenbroich

Aufgrund der Nachfrage bei vergangenen Führungen wurde vom Heimatverein erneut ein Besuch des Kuhlenhofes in Korschenbroich angeboten.
Der Kuhlenhof wurde im Jahre 1566 durch den Vogt Werner von Dülken in Korschenbroich errichtet. Damals war das Land Myllendonk unter den Landesherren, die auf Schloss Myllendonk residierten reichsunmittelbar und verfügte daher über eine eigenständige Gerichtsbarkeit.
Diese Gerichtsbarkeit übte der Vogt aus und weil dies eine besondere und herausragende Position war, braucht er auch einen genauso herausragenden und repräsentativen Wohnsitz.
Entsprechend diente der Kuhlenhof über Jahrhunderte hinweg als Wohnsitz der höchsten Beamten des Landes bis schließlich im 18. Jahrhundert ein Gerichtsschreiber darin wohnte, der wiederum das Haus schließlich an eine Familie von wohlhabenden Ackersleuten verkaufte.
Diese behielten das Haus innerhalb der eigenen Familie bis schließlich 1987 der Kuhlenhof durch die letzten Nachfahren veräußert wurde.
Damals nahm die Familie Leusch die Gelegenheit wahr, kaufte das Haus und restaurierte es über 8 Jahre hinweg.
Bei dem Rundgang um und im Kuhlenhof gab es daher viel über die Geschichte des Hauses und seiner Bewohner, aber auch über die Renovierung und die dabei verwandten Techniken zu erfahren.
Auch diesmal kam wieder eine hoch interessierte Gruppe von Heimatverbundenen zusammen, die durch Fragen und Berichte aus dem eigenen Erleben dazu beitrugen, dass der Besuch für alle Beteiligten ebenso spannend wie informativ wurde.
Sicherlich wird dies nicht die letzte Führung durch dieses, für die Geschichte Korschenbroichs so bedeutende Gebäude sein…
Reiner Leusch


Sonntag, 27. Juni 2010
Einladung der ehrenamtlichen Helfer


35 ehrenamtliche Helfer folgten der „Dankeschön-Einladung“ des Heimatvereins am Sonntag, dem 27. Juni 2010. In diesem Jahr wurde ab 11.00 im Innenhof des Kulturbahnhofs erstmals gegrillt. Bei strahlendem Sonnensein und guter Stimmung unterhielten sich die Gäste bestens. Pejo Stefes war der Chef am Grill. Würstchen, Hähnchenbrust und Kotelett brutzelten und dufteten durch den Bahnhof. Dazu gab es begehrte Beilagen wie Kartoffelsalat, Krautsalat und Pommes Frites. Bei sehr warmen Temperaturen war gab es reichlich Möglichkeiten, den Durst zu löschen. Man prostete sich mit kühlem Bier, Wein oder nichtalkoholischen Getränken zu.
Der 1.Vorsitzende des Heimatvereins, Johannes Kronen, begrüßte die Gäste und bedankte sich bei allen Helfern für die geleistete Arbeit. „Ohne eure ehrenamtliche Tätigkeit könnte der Heimatverein seine Veranstaltungen, das Museums-Cafe und vielen Dingen, die hinter den Kulissen geschehen, nicht zu bewa¨ltigen. Es ist sehr lobenswert, dass sich immer wieder Personen zur für diese Mithilfe zur Verfügung stellen“.
Johannes Kronen stellte das in Bearbeitung befindliche neue Programm für das III. Quartal vor. Es sieht einen Abend mit Hans-Peter Mentzen auf dem Hoerenhof und eine Fahrradtour zum Tuppenhof vor. In Planung ist derzeit eine Bustour im Oktober an die Ahr. Gegen 16.00 Uhr verließen die letzten Gäste, damit sie die Fußballweltmeisterschaft im Fernsehen verfolgen konnten, fröhlich die „Grillstation“ mit dem Spruch: „Ihr habt gut gekocht, und es war wunderschön, vielen Dank“.          Roswitha Hermanns

Freitag, 23. Juli 2010
Mundart: Heinz Erhardt trifft Hans-Peter Menzen

Der Hoerenhof in Raderbroioch war auch diesmal wieder Anziehungspunkt für viele Mundartfreunde und begeistere Heinz Erhardt-Fans.
Hatte man im Juni die Veranstalter mit über 150 Besuchern beim Mundartabend in logistischer Hinsicht schon stark gefordert, sollte  jetzt mit 220 Besuchern das Meisterstück abzuliefern sein.
Wer Hans-Peter Menzen  bei früheren Gelegenheiten in der Rolle des Wechselspiels im Vortrag von Heinz Erhardt-Texten und eigenen Erlebnissen, vorgetragen in heimischer Mundart, erlebt hatte, war sich darüber im Klaren, dass man frühzeitig Eintrittskarten für diese Veranstaltung erwerben musste.
Mehr als 200 Besucher verkraftet der Hoerenhof leider nicht, und diese Anzahl von Karten war in kürzester Zeit verkauft. .
Nachdem auch der am Nachmittag des Veranstaltungstages einsetzende Regen eine halbe Stunde vor Beginn ein Einsehen hatte, erlebten die Besucher einen unvergessenen Abend.
Wie man Heinz Erhardt-Texte in heimische Mundart übersetzt und hiermit den Zuhörer zu Lachsalven animiert, versteht Hans-Peter Menzen wie sonst  niemand.
Ein unvergessener Abend, der nach mehr verlangt.
Peter Josef Stefes

Sonntag 22. August 2010
Besichtigung Schloss Liedberg

Es ist immer wieder erfreulich zu sehen, dass die Besichtigung Schloss Liedberg jedes Mal viele Interessenten findet. Auch bei der 2. Führung in diesem Jahr fanden sich 25 Teilnehmer ein. Unter der sachkundigen Führung von Herrn Lorenz Meier vom Heimatverein Liedberg ging es Richtung Schloss. Ständig ist auf der Baustelle Bewegung. Der Mittelturm ist bereits wieder hergestellt mit seiner barocken Haube. Die Besucher konnten bis in die Spitze des Turmes steigen und einen wunderbaren Blick genießen. Alte Balken mit Schriften und Jahreszahlen waren freigelegt. In einigen Räumen sahen die Besucher wunderbare, aber natürlich sehr restaurierungsbedürftige Kamine. In diesem Sommer gab es einen erstaunlichen Fund. Schuhe - aus welchem Jahrhundert - noch Fragezeichen, wurden bei den Arbeiten entdeckt. Diese werden mit einem Paar vom jetzigen Besitzer, Herrn Overlack, wieder an gleicher Stelle eingemauert. Auch der Rittersaal, jetzt noch Ruine, soll wieder hergestellt und mit dem Schloss verbunden werden. Man konnte auch die großen unter dem Schloss liegenden Gewölbekeller besichtigen. Es war alles schon sehr beeindruckend. Herr Overlack hat ein Lebenswerk vor sich. Aber er ist mit sehr viel Elan dabei, das Kleinod Schloss Liedberg wieder zum Leben zu erwecken. Nach der Besichtigung ging es zum Mühlenturm, der seit einiger Zeit wieder zu besteigen ist. Von hier hat man einen herrlichen Blick über Liedberg und die in der Ferne liegenden Ortschaften. Zum Abschluss machte man einen Rundgang durch den historischen Ortskern mit seinen wunderbaren Fachwerkhäusern.
Die Exkursion endete mit einem gemeinsamen Imbiss in der Gaststätte Vennen. Einige Teilnehmer waren Wiederholer und werden auch bei der nächsten Besichtigung wieder dabei sein, weil es sie sehr interessiert, wie die Restaurierung weitergeht.            Roswitha Hermanns

Samstag 4. September 2010
Fahrradtour zum Tuppenhof

Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich um 14.00 Uhr 7 Personen mit dem Rad und 6 Personen per PKW am Kulturbahnhof zur Besichtigung des Tuppenhof in Büttgen Vorst. Über ausgebaute Wirtschaftswege war das Ziel nach 45 Minuten erreicht. Entlang der Route befanden sich 2 kleine Kapellen, über deren Geschichte Erwin Fischermann einiges erklärte.
Im Tuppenhof empfing uns Herr Moor, der auch die Führung u¨bernahm. Zum Zeitpunkt unseres Eintreffens fand eine Hochzeit in der alten restaurierten Scheune statt, und wir konnten bei Kaffee und köstlichem Pflaumenkuchen ein wenig von der Hochzeit mitbekommen. Dann folgte unser Rundgang. Der Tuppenhof ist Museum und Begegnungsstätte bäuerlicher Geschichte und Kultur. Basis des Museums sind die Gebäude selbst, wobei das Wohnstallhaus von 1705/09, die Scheune und das Torhaus aufgrund ihres Alters von zentraler Bedeutung sind. In den Gebäuden wird die Kultur des bäuerlichen Lebens seit Ende des 17. Jahrhunderts erfasst. Mittelpunkt war die Küche mit ihrem Kamin als einzige Heizstelle für das gesamte Haus. Von Küchengeräten und sonstigem Hausrat aus der damaligen Zeit war noch sehr viel vorhanden.
Neben der Küche befand sich das Schlafzimmer, wobei das Bett schon beeindruckend war. Über dem Bett wurden alle Wertsachen sowie das Eingemachte aufbewahrt. Das Kruzifix über dem Bett durfte nicht fehlen. Im Zimmer befand sich eine kleine Luke, die den Blick in den Stall freigab. Der Bauer hatte dadurch sein Vieh unter Kontrolle. Vorhanden war je ein kleines Zimmer für den Knecht, für die Magd und eine gute Stube für besondere Anlässe. Auch die Stube war der damaligen Zeit angepasst eingerichtet. Alle Gegenstände sind Exponate die originär vom Tuppenhof stammen sollen. Eine Waschküche und ein Gewölbekeller für die Vorratshaltung runden das Bild ab.
Die große geräumige Scheune wurde restauriert, wobei viele alte Balken erhalten blieben. Hier finden die verschiedensten kulturellen Veranstaltungen statt. Ein weiterer Schwerpunkt bildet das Außengelände mit historischer Streuobstwiese, Bauerngarten und Backhaus als eindrucksvolles Anschauungsobjekt ba¨uerlicher Selbstversorgung. An Pflaumenbäumen, Apfel- und Birnenbäumen voller Früchte, durften sich die Teilnehmer selbst bedienen. Das war schon toll; alle waren beeindruckt. Wir essen direkt vom Baum, war der einhellige Tenor, wo gibt es das heute noch? Der Ausflug ins bäuerliche Leben endete im Biergarten an der Rhedung in Kleinenbroich. Die Meinung aller, es war ein interessanter und schöner Nachmittag.   Roswitha Hermanns

Freitag 12. November 2010
Himmel und Ärd-Tour nach Köln

Treffpunkt war um 12.45 Uhr im Museum Kulturbahnhof zur „Himmel und Ärd-Tour“ nach Köln. Mit einem roten Genever wurden die 20 Teilnehmer sehr herzlich vom Leiter der Exkursion, Reiner Leusch, empfangen. Er stellte das vorgesehene Programm und den zeitlichen Ablauf des Nachmittags vor und händigte allen ein schriftliches Konzept mit Kontaktdaten aus. Vorsorglich stand hinter jedem Programmpunkt: >>> Sollte jemand verlorengehen, wir treffen uns um ....Uhr da....! <<<
Mit der S-Bahn ging es um 13.20 Uhr u¨ber Neuss nach Köln-Deutz.
Unter dem Motto „Auf in den Himmel“ fuhren wir mit dem Aufzug auf den Panoramaturm „KÖLNTRIANGEL“. Mit schnellem Tempo erreichte man die Aussichtsplattform und hatten trotz heftigem Wind und trübem Wetter einen wunderbaren Blick über Köln. Bonn, Bergisch Gladbach und die Kraftwerke im Braunkohlegebiet sahen wir in der Ferne. Die einzelnen Höhen des Siebengebirges konnte man zählen. An den umgebenden Glasscheiben waren die Konturen und die Bezeichnung des jeweiligen Panoramablicks angebracht, so dass man alle markanten Punkte ausmachen konnte.

Nachdem wir wieder auf normalem Niveau angekommen waren, machten wir einen Spaziergang über die Hohenzollernbrücke - in jüngster Zeit auch Schlossbrücke genannt - vorbei an denLiebesschlössern. Hunderte von Schlössern waren hier mit allen möglichen Eingravierungen und Formen an den Zaun gekettet, um gemeinsames Liebesglück für immer zu besiegeln.

Wir trafen ein Hochzeitspaar, welches am Tag vorher geheiratet hatte und nun ihr Liebesschloss anbrachte. Natürlich gratulierten wir und wüunschten viel Glück. Am Dom angekommen, besichtigten wir durch eine Gittertür das Baptisterium, Taufbecken und älteste Keimzelle des Kölner Doms. Es folgte ein Rundgang durch den Dom; eine Besichtigung ist immer wieder beeindruckend. Man bräuchte eigentlich Tage, um die Fülle der Details zu erfassen.

Anschließend begann der „Abstieg in die Erde“. Unter fachkundiger Führung einer jungen engagierten Kunsthistorikerin mit Humor ging es zu den Fundamenten und Ausgrabungen unterhalb des Doms. Die „Kölner Domgrabung“ erforscht seit 1946 die Vorgeschichte der beru¨hmtesten deutschen Kathedrale. Mehr als die Ha¨lfte des Doms steht bereits über archäologisch untersuchten unterirdischen Ausgrabungsflächen.

Baureste vermitteln einen Einblick über den Bestand von Vorgängerkirchen und somit in die Zeit der Entstehung eines der ältesten christlichen Zentren. Die Ausgrabungen zeigen eine faszinierende verwirrende Vielfalt von Mauern, Fußböden, Treppen, Torbogen, Brunnen und vielen Grabkammern. Auch aus der Römerzeit in Colonia sind zahlreiche archäologische Funde bei den Grabungen ans Tageslicht gekommen. Man fand eine römische Wohnung mit Malerei, Fußbodenheizung und vielen Gegensta¨nden des täglichen Gebrauchs und Schmuck. Die teilweise freigelegten spätmittelalterlichen Fundamente der Türme lassen erkennen, dass sie mit 30 m x 30 m und 16 m Tiefe erheblich überdimensioniert waren. Aber man wollte ja im Hinblick auf die Reliquien der heiligen drei Könige eine große Pilgerkirche bauen. Die Bauherren der damaligen Zeit bauten bereits so sicher, dass die Schwingungen des Doms infolge von Sturm oder Erdbeben durch die unterschiedlichen Schichten aus Tuffstein, Kalk und Basalt in den Fundamenten perfekt ausgeglichen werden.

Der Dom ist wohl eines der erdbebensichersten Gebäude in der Stadt.
Im Jahre 870 versammelten sich die ersten Christen an der Stadtmauer und heutigen Stelle des Domes. Hier entstand der erste karolingische Dom. Er wurde vielfach verändert, teilweise abgetragen und in anderer Form wieder errichtet. 1880 wurde der Dom vollendet in der Form, wie er heute zu sehen ist. 1945, durch mehrere Fliegerbomben getroffen, erlitt das Bauwerk schwerste Schäden. Die Türme u¨berstanden vermutlich wegen der gewaltigen flexiblen Fundamente die schweren Erschütterungen im 2. Weltkrieg. Noch immer sind nicht alle Kriegsschäden behoben. Wegen der dauernden umweltbedingten Scha¨den heißt es auch „der Dom, die ewige Baustelle“. Daran erkennt man, wie wichtig den Menschen die Instandhaltung des Domes ist.
Nach dieser umfangreichen und interessanten Besichtigung ging es leider bei stro¨menden Regen durch die Stadt mit den römischen Wurzeln rund um den Dom zum Essen in den Brauereiausschank „SION“. „Himmel und Ärd“, ein typisch kölsches Gericht war angesagt, das hatte man sich auch verdient. In geselliger Runde verging die Zeit sehr schnell, und es folgte der Rückweg durch die Kölner Altstadt zum Bahnhof. In Korschenbroich kamen wir um 21.30 Uhr nach einer sehr interessanten Exkursion wieder an.
Herzlichen Dank an Reiner Leusch für die von ihm toll ausgearbeitete und unter seiner Leitung sehr schönen Tour.
Roswitha Hermanns / Erwin Fischermann

Mittwoch 17. November 2010
Ein Abend mit Hotte Jungbluth

Bis auf den letzten Platz gefüllt war das Museum Kulturbahnhof Korschenbroich beim „Abend mit Hotte Jungbluth“. Der Heimatverein und der Verein zur Pflege und Förderung der Mundart im Rhein-Kreis-Neuss hatten zu dieser Veranstaltung eingeladen. „Keiner versteht es besser am Niederrhein, seine Zuhörer durch Lieder in Mundart und Schmunzeltexten in philosophierender Weise in seinen Bann zu ziehen“, so die Begrüßung durch Peter-Josef Stefes. Hotte Jungbluth ist mal Kabarettist und auch mal Mundartkünstler. Er schaut den Leuten „auf`s Maul“. Mit seiner Gitarre begleitet er musikalisch seine gesungenen Episoden aus der „ guten alten Zeit“ und nimmt genüsslich seine Mitmenschen aufs Korn, wie zum Beispiel bei „Oma Schlomm“, die alles regelt mit dem „Schöttelplack“ (Spültuch). Einigen Besuchern war der Text bekannt, und sie sangen begeistert mit. Neben dem Gesang las Hotte Jungbluth aus seinem Buch kleine selbstverfasste Mundartgeschichten. Neu im Programm sind „die alten Rittersleut“, wobei er Ritter Kunibert und die schönen Burgfräuleins besang. Es folgte ein Hoch auf die schönen Männer, welche im Sommer mit beiger kurzer Hose und dünnen weißen Beinen die Aufmerksamkeit der Damen auf sich ziehen. „Rheedt et Naits hät sinne besondere Reiz“ (Rheydt bei Nacht). Hier wurde das Rheydter Nachtleben aufs Korn genommen.
Jazzig ging es bei der „Niersboot-Shuffle“zu, wobei ein Mississippi-Dampfer die Niers erobert. Wie schön kann doch Kuren sein; ein „Tango-Fango-Lied“ gehört dazu. Nicht fehlen durfte die „Stubenfliege“; ihre Erlebnisse im Etablissement waren wieder mal herrlich. „Im Hemmel im Hemmel do is et net schleid, im Hemmel im Hemmel krett jeder si Reit“, war eine Interpretation, die alle voller Begeisterung mitsangen. Am Ende wurde Hotte natürlich nur mit einer Zugabe entlassen, und zwar mit dem leisen Song „Mai-Weh“. Auch hier stimmten alle mit ein. Es war ein Abend, der die Besucher in die „gute alte Zeit, en Schand, dat wir se nimmer hant“ zurückversetzte. Mit viel Applaus wurde Hotte Jungbluth verabschiedet.            Roswitha Hermanns

Freitag, 3. Dezember 2010
Weihnachtsfeier in der Gaststätte Oedinger


Der schriftlichen Einladung zur Weihnachts- und Jahresabschlussfeier des Heimatvereins waren ca. 90 Gäste gefolgt. Herzlich begrüßte unser Vorsitzender Johannes Kronen die Teilnehmer, welche sich trotz Schneeregen zu dieser Feier im Saal der Gaststätte Oedinger einfanden. Er gab einen Rückblick über die Aktivitäten im Jahr 2010 sowie eine Vorschau
auf das Programm 2011. Anschließend bedankte er sich bei allen Gönnern und Förderern des Vereins und besonders bei den Helferinnen und Helfern, die sich immer wieder tatkräftig im und für den Heimatverein einsetzen. Inge Fischermann begleitete mit ihrem Akkordeon die angestimmten bekannten schönen Weihnachtslieder. Besinnliche und heitere Vorträge von Helmut Köppen, Ulrike Strijbos, Inge Fischermann sorgten für eine abwechslungsreiche und weihnachtliche Stimmung bei den Anwesenden. Peter-Josef  Stefes berichtete in Mundart über seine Weihnachtsmarkterfahrungen und brachte damit alle zum Schmunzeln. Vergnüglich wurde es dann bei der Tombola. Mit jeder Eintrittskarte war ein Gewinnlos verbunden. Von Reisetasche, Küchenmaschine, Spielgeräten, Büchern, Kalendern, Gutscheinen bis hin zu einem Reisekoffer und einem Präsentkorb war für jeden etwas dabei. Zügig und lautstark brachte Klaus Kugler die Gewinne an die Frau oder den Mann. Wer nicht das Passende erhalten hatte, konnte bei der anschließenden „Tauschbörse“ doch noch das Richtige mit nach Hause nehmen. Johannes Kronen gab dann die Geschichte „Vom Könning ohne Kopp“ zum Besten und erntete dafür große Heiterkeit. Natürlich durfte auch zum Abschluss der Weckmann nicht fehlen.
Johannes Kronen entließ die Gesellschaft mit guten Wünschen zu einem ruhigen und friedvollen Weihnachtsfest und wünschte allen Teilnehmern für das Jahr 2011 Gesundheit, Glück und Zufriedenheit.
Es war ein schöner und stimmungsvoller Abend.
Roswitha Hermanns/Erwin Fischermann