20. April und 22. April 2018 Ladies Nait op Kooschebrooker Platt

Die „Ladies Nait“ ist keine zwingend männerfreie Zone. Herren mit Lust auf Mundart waren daher nicht nur als Gäste willkommen, sondern durften sogar aktiv mitwirken. Josef Nowak am Klavier begleitete zu den Liedern, und Heimatfreund Peter-Josef Stefes bewies sein humoristisches Talent. Zum dritten Mal veranstaltete der Verein zur Pflege und Förderung der Mundart im Rhein-Kreis-Neuss in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein die „Ladies Nait“. Federführend garantierten die sechs Korschenbroicherinnen Martina Golombek, Uschi Jansen, Uschi Knoche, Andrea Otten, Sabine Stefes und Susanne Zandonella sowie Cilly Fieten aus Büttgen ein amüsantes Programm mit selbst geschriebenen Texten.

„Mundart ist in“, freute sich Andrea Otten. Uschi Knoche reizte die Lachmuskeln als Brillenträgerin auf der Suche nach einer neuen Gleitsichtbrille. Deren Erwerb schien unbedingt notwendig, denn die kurzsichtige Dame verwechselt den Optikerladen mit dem Büro eines Sexualtherapeuten. Situationskomik war somit sichergestellt, etwa zum missverständlichen Wunsch, das Gestell solle von unten etwas schärfer sein. Mit Stefes bildete Knoche das hoffnungsvolle neue deutsche Duo für den Eurovison Songtest nach Hape Kerkeling. Uschi Jansen verlas einen Brief an den in Paris weilenden Ehemann Walter. Die besorgte Gattin bittet ihn darin, saubere Socken zu tragen. So bleibt für Romantik kein Platz.
Susanne Zandonella amüsierte in der Rolle der ungeübten Theaterbesucherin. Die ist doch sehr verwirrt, als sie auf ihre Frage, was gespielt wird, zur Antwort bekommt „Was ihr wollt“. Mit 92 Jahren bewies Cilly Fieten, dass Mundart jung hält. Keck erzählte sie die Geschichte von der Suppe, in die das Baby gepullert hat. Natürlich wird nichts weggeworfen, und so löffeln alle mit Behagen ihr Süppchen aus, da außer Oma keiner die Wahrheit kennt. Sabine Stefes tritt offensichtlich in die Fußstapfen ihres Vaters. Das bewies sie beim Vortrag über das Shoppen mit Familie an einem Samstag. Erst findet Vater keinen Parkplatz, dann ist fast das ganze Geld „fott“.
Zwischen den Texten sang das Publikum auf den Spuren von Brings und Bläck Fööss zu Liedern wie „Super jeile Zick“ und „Du bess die Stadt“. Dabei waren insbesondere die Älteren gut aufgestellt.

NGZ/ Angela Wilms-Adrians