Das Künstlerpaar Renate Linnemeier und HOLT stellen gemeinsam aus. Foto: Jürgen Körting

Das Paar Linnemeier und Holt stellt Gemeinschaftsarbeiten und Einzelwerke aus.

Wenn eine Künstlerin oder ein Künstler experimentierfreudig ist, verspricht das eine interessante facettenreiche Ausstellung. Wenn zwei Künstler gerne Neues ausprobieren, dürfte die Ausstellung noch bunter ausfallen. Im Korschenbroicher Kulturbahnhof stellen jetzt Renate Linnemeier und Holt aus. Sie leben und arbeiten in Neuss, sind 58 beziehungsweise 59 Jahre alt und voller Ideen. Das Ergebnis heißt „Einklang“ und ist noch bis zum 29. Oktober immer sonntags von 14 bis 17 Uhr zu sehen.

 

Linnemeier und Holt präsentieren nicht nur gemeinsam ihre neuesten Arbeiten, sie sind auch ein Paar – ein Künstlerpaar, das sich gegenseitig beflügelt. An einigen Arbeiten haben beide gemeinsam gearbeitet. Diese Harmonie und das Glück, einander gefunden zu haben, spiegeln die Exponate wider: Die meisten haben etwas Leichtes, Spielerisches. Zur Ausstellungseröffnung stellten sie sich im Rahmen eines Dialogs vor. Die Vernissage-Besucher erfuhren unter anderem, dass sie in Neuss und er in Versailles geboren wurden, dass sie Design und er Bildende Kunst und Bildhauerei studiert hat. Beide experimentieren gerne mit unterschiedlichen Materialien. Ihre Bilder, man kann sie durchaus als Gute-Laune- oder Wohlfühl-Bilder bezeichnen, sind zuweilen geprägt von Eindrücken, die das Künstlerpaar auf gemeinsamen Reisen gesammelt hat. Oft bevorzugen sie Panoramaformate, auf denen ein Sammelsurium an Motiven zu sehen ist, das Spielerische kann durchaus als Ausdruck von Lebensfreude interpretiert werden. Den „Esprit der Provence“ hat Renate Linnemeier auf Leinwand gebannt, ein Bild, das im Grunde aus mehreren Bildern besteht, die wie Puzzleteile ein Lebensgefühl vermitteln. Man kann sie förmlich riechen, die Gewürze auf dem Markt. Frankophile dürften Fernweh spüren. „Die Freude am Kreieren“ heißt eine Gemeinschaftsarbeit, eine andere „Tage wie diese“: Eine Arbeit als Lobgesang auf das Leben. Die Panoramaformate erinnern an Filmsequenzen, sie hat mit wenigen gekonnten Federstrichen Figuren gezeichnet, er hat mit Ölfarbe sehr gegenständliche Malerei beigesteuert. Eine Fülle von Details, die durch das Bild zu hüpfen scheinen, ergeben zusammen etwas Großes: Lebensfreude und Glück. Das Künstlerpaar hat sich auch gegenseitig gemalt. Sprühtechnik mit Schablonen, Fotografien,  Zeichnungen, Malerei – das alles und noch einiges mehr macht die Bilder so lebendig. Ganz ruhig, bei der Lektüre, sind Renate Linnemeier und Holt auf dem Bild zu sehen, das der Ausstellung den Namen gab: „Ensemble“.

NGZ/Rudolf Barnholt