Bürgermeister streiten sich auf Platt

Bürgermeister Harald Zillikens (links) aus Jüchen und Bürgermeister Marc Venten aus Korschenbroich beharkten sich beim Sommerfest. Foto: Theo Titz

Die Beschimpfungen waren ein furioser Auftakt zum „Sommerfest der Mundart“.

Bürgermeister Marc Venten und sein Jüchener Amtskollege Harald Zillikens gerieten am Freitagabend heftig aneinander. Ihr Repertoire an wüsten Beschimpfungen schien unendlich zu sein im Streit um ein Wegerecht. Zillikens legte los: „Du Drietbux, Dröömel, drüüje Pitter, Däämelack, Kussel, Driitepecker.“ Venten konterte: „Du Rotznaas, Qwiesel, faale Tien, du Fuezkanonn, du miese Priem.“ Heinz Stiegen mahnte als Richter zur Mäßigung: „Beneähmt öch, err sett he vörr Jerich und net be öch am Küeckedösch.“

 

Es war ein furioser Auftakt zum „Sommerfest der Mundart 2018“ auf dem Hof von Hans-Willi Türks, einer Veranstaltung des Vereins zur Pflege und Förderung der Mundart im Rhein-Kreis Neuss.

Moderator Pejo Stefes holte Akteure auf die Bühne, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können. Gabriele Auel-Knecht hatte mit Jugendlichen Lieder auf Platt einstudiert. Norbert Brendgen begleitete sie am Klavier. Mit dabei: Sarah Fragen, seine Enkelin, und Svea Türks, die Enkeltochter des Hofbesitzers. „Mer schenke dr Aal e paar Blömscher“, hieß ein Lied – diesen Titel zitierte Stefes, als er Gabriele Auel-Knecht anschließend einen Blumenstrauß überreichte.

Als „eine junggebliebene Frau“ kündigte er Cilli Fieten an, die noch in diesem Jahr 93 Jahre alt wird. Die Seniorin aus Büttgen las eine Art Lausbubengeschichte vor, in der ein Junge den Tieren auf dem Hof Alkohol zu trinken gibt. Rita Türks gewährte einen Einblick in das Leben einer kinderreichen Familie auf einem Bauernhof.

Hotte Jungbluth sang unter anderem ein Lied über „de Hällepe“, die Hosenträger, und dann trat da noch eine Art sechsköpfige Boygroup auf, „De Neäschbrooker“ mit Frontmann Gregor Mertens. Die sechs Männer, darunter Dorfpolizist Bernd Schmitz, haben zusammen gut und gerne 350 Jahre auf dem Buckel, aber sie gaben alles und kamen sehr gut an bei den über 300 Besuchern. Selbst ein kleiner „Schnibbelskook“ reichte ihnen, um ein großes Lied daraus zu machen. Bei allerschönstem Sommerwetter war das Sommerfest der Mundart wieder ein voller Erfolg.
NGZ/RP/Barnholt