BEILAGE DES DIÖZESANVERBANDES Aachen ZU FRAU UND MUTTER – ZEITSCHRIFT DER kfd / JULI/AUGUST 2018

Sorgt in katholischen Kreisen seit geraumer Zeit für Diskussionen: das Buch „Der Weiberaufstand“. Die Autorin Christiane Florin war zur Lesung in Korschenbroich. Foto: Gertrud Schuchort

DER WEIBERAUFSTAND

„SCHLUSS MIT DER VERÄCHTLICHMACHUNG!“

Die Zulassung von Frauen zu Weiheämtern ist ausschließlich eine Machtfrage – davon ist die katholische Journalistin Christiane Florin überzeugt. Sie war auf Einladung des kfd-Diözesanverbandes und des „Katholischen Forum Mönchengladbach und Heinsberg“ mit einer Lesung aus ihrem Buch „Der Weiberaufstand“ zu Gast im Kulturbahnhof in Korschenbroich.

Wie wichtig das Thema ist, zeigte auch der Zuspruch: 75 TeilnehmerInnen kamen zu der Lesung. Das Buch lädt dazu ein darüber nachzudenken, welche Grenzen weiblicher Kompetenz durch den Umgang der Amtskirche mit Frauen gezogen werden und wie dies zu bewerten ist. Monika Schmitz vom Diözesanvorstand wies in ihrer Begrüßung auf den Kern des Problems hin: „Es geht um Berufung von Frauen zum Dienst in der katholischen Kirche, zu Diakonat und Priesteramt.“

Nicht nur bitten, sondern fordern

Witz, Ironie und bisweilen bissiger Humor prägen das Buch. Die Sicht der Amtskirche auf das Thema ist der Höhepunkt der ungerechten Entwicklung zur allgemeinen Verächtlichmachung der Frauen, ist sich Florin sicher. „Weiberaufstand“ ist eine Aufforderung, nicht nur zu bitten, sondern auch zu fordern. Auch wenn dies im Gegensatz zu der Erklärung von Papst Johannes Paul II. steht, der die Forderung nach der Ordination von Frauen als „nicht katholisch“ erklärte. In der anschließenden Diskussion gab es viel Unmut und Empörung über diese Ungerechtigkeit und die Verweigerung der Kirche, Frauen zu Diakonat und Priesteramt zuzulassen. So berichteten Frauen von ihren persönlichen Erfahrungen, zum Beispiel, dass sie sich andere „Räume“ suchten, um mit anderen Frauen ihren Glauben zu feiern. Auch hieß es, man habe aufgehört zu kämpfen, da für Jugendliche heutzutage keine Bedeutung mehr habe, was die Kirche sage. Florin berichtete von Gesprächen mit jungen Frauen, die dieser Frage durchaus eine Bedeutung beimessen. Von vorneherein ausgeschlossen zu sein, stünde der Selbstwahrnehmung dieser Frauen entgegen, die nicht bereit seien,  Benachteiligungen auf Grund ihres Geschlechts zu akzeptieren. Viel Applaus gab es für die  Abschlussbemerkung Florins: „Ich bemühe mich wirklich, die Sorgen und Nöte der  Kirchenmänner zu verstehen. Doch abgesehen von weiblichenGesichtern, fehlt mir nichts anderes am Altar.“

GERTRUD SCHUCHORT